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HHV-3 - Varizella-Zoster-Virus (Windpocken und Gürtelrose)

Das Varizella-Zoster-Virus (VZV) kommt nur beim Menschen vor und kann zwei verschiedene Erkrankungen verursachen:

  • Windpocken (Varizellen)
  • Gürtelrose (Herpes Zoster)

Windpocken

Der Erstkontakt mit dem Varizella-Zoster-Virus löst Windpocken aus. Sie treten im Kindesalter (meist bis etwa zum 15. Lebensjahr) auf und sind hoch ansteckend. Die Erkrankung zeigt sich durch Fieber und einen juckenden Hautausschlag. Möglich sind auch Hautläsionen, die sich zu Bläschen entwickeln. Sie heilen in der Regel ohne Narben ab (wenn nicht gekratzt wird). Bei Neugeborenen, Schwangeren und Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann es zu schweren Krankheitsverläufen kommen.

Übertragungswege:

  • über den Wind (= Windpocken), d.h. per Lufttröpfchen von Mensch zu Mensch
  • durch direkten Kontakt mit der Bläschenflüssigkeit (extrem ansteckend ca. 1 Woche lang!)
  • im Mutterleib (möglich sind Fehlgeburten oder schwerste Schädigungen des Kindes)
  • durch Bluttransfusionen

Warum entsteht plötzlich eine Gürtelrose?

Nach Abklingen der Windpocken kann das Varizella-Zoster-Virus 10-50 Jahre in den Nervenstrukturen schlummern, um sich dann als Gürtelrose (Herpes Zoster) zu reaktivieren. Dafür gibt es ganz unterschiedliche Ursachen:

  • Normale Ereignisse des Lebens wie die Pubertät, eine Schwangerschaft, die Geburt eines Kindes oder die Menopause können durch die hormonelle Umstellung das VZV reaktivieren.
  • Plötzliche negative Ereignisse im Leben eines Menschen, wie ein Unfall, eine plötzliche seelische Belastung (Tod in der Familie, Scheidung, Arbeitsmobbing u. a.), eine Umweltbelastung (Schwermetalle, Schimmelpilzbefall, Entfernung von Amalgamplomben ohne Schutz u. a.) schwächen das Immunsystem so stark, dass es das Virus nicht mehr in Schach halten kann. Das Virus verlässt die Zelle und produziert Entzündungen, in der Folge Symptome und Krankheiten. Dieser Vorgang wird als „Virusreaktivierung“ bezeichnet.

Symptome:

Der Beginn geht oft mit grippeartigem Fieber, Schüttelfrost und allgemeinem Unwohlsein einher. Kurze Zeit später macht sich ein brennender Nervenschmerz bemerkbar – immer nur auf einer Körperseite. Der Schmerz entsteht durch die Entzündung des Nervensystems. Einige Tage später folgt meist ein bläschenartiger Ausschlag, der am häufigsten an Brustkorb und Rumpf, aber auch am Kopf und an den Beinen auftreten kann. Es gibt auch Zoster-Formen ganz ohne Ausschlag.

Es können auch noch weitere Symptome vorhanden sein: Juckreiz (auch wandernd), Kribbeln, Brennen, Krämpfe, chronische Migräne, Kopfschmerzen, Gesichtslähmung, Gelenk-, Muskel-, Nacken-, stechende oder brennende Nervenschmerzen, Rückenschmerzen vom Typ „Ischias“ (CT/MRT ohne Befund), Brennen in der Scheide, Herzrasen, Frozen Shoulder, Ausschlag, Fieber, Symptome wie bei der Multiplen Sklerose, Zahnkieferentzündungen, Trigeminusneuralgien u.v.m.

Symptome entstehen dort, wo das Varizella-Zoster-Virus sich niederlässt, sich reaktiviert und Entzündungen verursacht, Jede Körperregion kann betroffen sein und zwar mit oder ohne Ausschlag.

Auch nach Abheilen des Hautausschlages bleibt der Nervenschmerz oftmals noch lange in der betroffenen Hautregion erhalten – im schlimmsten Fall sogar über Jahre hinaus. 

Diagnostik und Therapie

Negative Laborbefunde schließen einen chronischen VZV-Befall nicht aus, weil der VZV-Erreger in Organen wie Leber und Milz ruht und vom Immunsystem nicht erkannt wird. Daher werden keine Abwehrantikörper produziert.

Ziel der Therapie ist es, das Virus in seinen ruhenden Zustand zu bringen, in dem es unschädlich ist.

Akute Gürtelrose:

  • akute, notfallmäßige Schmerztherapie
  • Antivirus-Medikamente bei schweren Verläufen und immunschwachen Menschen

Chronische Gürtelrose:

  • unterstützende Schmerztherapie je nach Beschwerdebild mit dem Ziel der dauernden Schmerzlinderung bis Schmerzfreiheit.
  • allgemeine immunstimulierende Maßnahmen
  • Bio-Nahrungsmittel, die gesund machen: Wilde Blaubeeren, Kokosnüsse, Papayas, Avocados, Äpfel, Birnen, Artischocken, Spinat, Spargel, grüne Bohnen
  • homöopathisch mittels VZV-Nosoden nach Austestung mit der PSE oder der IST-Methode nach Dr. Fonk
  • Bio-Heilkräuter: Lobelia, Fieberkraut, Süßholzwurzel, Brennnessel, kalifornischer Mohn
  • Nahrungsergänzungsmittel

Die VZV-Therapie dauert zwischen 3 und 12 Monaten, je nach Konsequenz und Status des Immunsystems u.a.

Sorgen Sie generell für sich und für Ihr Immunsystem: Essen Sie gut, treiben Sie Sport und schlafen Sie genug!


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Privatpraxis Dr. med. Adrian Stoenescu