Leaky Gut Syndrom

Unsere Darmschleimhaut ist tagein, tagaus nicht nur Nahrungsmittelbestandteilen ausgesetzt, sondern auch Parasiten, Bakterien, Pilzen sowie zahlreichen toxischen Substanzen wie z. B. Nahrungsmittelzusatzstoffen, Metallen aus der Nahrung und aus alten Zahnfüllungen. Das Immunsystem des Darms und ein komplexer Biofilm (Mikrobiom) sichern fortwährend eine intakte Barriere (Darmschleimhautintegrität). „Leaky gut“ bedeutet eine Störung der Darmbarrierefunktion (= Durchlässigkeit), sodass die oben genannten Reizfaktoren vermehrt die Darmschleimhaut durchdringen. Die verstärkte Konfrontation des Darm-Immunsystems mit Fremdstoffen führt darüber hinaus auch zu einer verminderten Fähigkeit zur Immuntoleranz.

Die Folgen können sein:

  • Vermehrter Übertritt von Allergenen (wie z. B. Nahrungsmittelbestandteilen, Nahrungsmittelzusatzstoffen, Metallen)

  • Ansiedlung von Fremdkeimen im Darm

  • Entzündungsbedingte Verschlechterung der Darmschleimhaut. Die Darmschleimhaut wird nicht nur selbst zum Entzündungsgebiet (was wiederum einen Leaky Gut verstärkt), sondern auch zur Quelle einer Ganzkörperentzündung.

Mit Leaky Gut assoziierte Folgephänomene sind:

  • Menschen vertragen immer weniger „normale“ Nahrungsmittel (Getreide, Eier, Milchprodukte, Obst u. a.).

  • Die Nahrungsbestandteile (Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate), aber auch Spurenelemente, Vitamine, Mineralien u. a. werden schlechter bzw. kaum durch die Darmschleimhaut in den Körper aufgenommen und durch den Stuhl ausgeschieden. „Man hungert vor vollen Töpfen“.

  • Immer mehr „schlechte“ Bakterien, Darmparasiten (Würmer) und Pilze besiedeln den Darm und schädigen das Immunsystem. Es entwickelt sich eine gesundheitliche Abwärtsspirale.

Die aktuelle Leaky Gut-Labordiagnostik ist die Bestimmung im Blut oder im Stuhl von:
Zonulin (Kosten ca. 30,00 € für Selbstzahler, Privatkassen übernehmen diese Kosten).

Ich empfehle eine komplette „Basis-Stuhldiagnostik“, um wichtige Informationen über die Situation im Darm zu erfassen (Parasitendiagnostik, Entzündung, Immunabwehr, Histamin, pH, Verdauungsrückstände, Darmflora u. a.). Erst mit diesem Wissen ist der Arzt in der Lage, eine passende Therapie für seine Patienten zu empfehlen.